2017

Explorer Magazin - weitere Berichte der "pacifico":

www.explorermagazin.de/boote/sandiego17.htm

www.explorermagazin.de/dland/muell17.htm

 
08. Juli 2017

"pacifico" - crew in Weener.

Ostfriesen-Zeitung: Flüchtlingsschiffe machen in Weener fest

Bildung   Sozial-kulturelles Projekt informiert über Flucht und Integration / Theaterstück im Container

Zahlreiche örtliche Gruppen und Initiativen wirken bei den Aktionstagen am Hafen mit und informieren über ihre Arbeit.

 

Weener - Wie fuehlt es sich an, wenn man auf einem Fluechtlingsboot aus seiner Heimat fliehen muss? Einen kleinen Eindruck von den Strapazen und den beengten Verhaeltnissen an Bord koennen Interessierte vom 14. bis 16. August in Weener bekommen. dann werden die MS "Anton" und die "Aljadj Djumaa" im Hafen festmachen. Die Flüchtlingsboote gehoeren zu einem sozio-kulturellen Projekt der Stiftung Outlaw zum Thema Flucht und Migration.
Sprichwoertlich mit im Boot sind zahlreiche lokale Partner aus Weener. Sie haben zu dem Projekt "Mit Sicherheit gut ankommen" ein umfangreiches Rahmenprogramm organisiert (s. Infokasten). Am Donnerstagabend stellten die beteiligten Gruppen und Institutionen es im Veranstaltungszentrum "Hafen 55" vor.
Die Fluechtlingsschiffe werden auf ihrer Fahrt 20 Stationen ansteuern. Auf ihrer mehrwoechigen Reise zum Fluechtlingstag am 30. September in Berlin machen sie unter anderem auch in Emden, Norddeich und Norderney fest. An Bord stehen 70 Bronzefiguren des daenischen Künstlers Jens Galschiot. die ehrenamtliche Besatzung informiert über die Schiffe und die Fluchtrouten.

 

 

Am Anleger in Weener wird eine Jurte aufgebaut. In dem Zelt gibt es eine Wanderausstellung zum Thema Flucht. Im "Hafen 55" werden zahlreiche Gruppen und institutionen Info-Staende aufbauen, die in Weener und Umgebung  in der Fluechtlingsarbeit aktiv sind. Mit Dabei sind neben vielen anderen Amnesty International, der Paritaetische sowie der Synodalverband suedliches Ostfriesland. Alle werden vor Ort über ihre Arbeit berichten.

Kuenstlerisch hat sich die Weeneranerin Catharina Bockhacker mit dem Thema auseinandergesetzt. Sie zeigt in den Raeumen die Ausstellung "Fluchtwege". Mit dabei sind Simone und Juergen Sattler. Sie informieren an Bord ihres Schiffes "pacifico" über Mensch, Tier und Umwelt.

Nach der Ankunft der Schiffe am 14. August werden am 15. und 16. August vormittags Veranstaltungen für Schueler der Rheiderländer Schulen angeboten. In einem Container zeigt die Theatergruppe "Lokstoff" das Stück "Pass.Worte. - Wie Belal nach Deutschland kam", in dem unbegleitete jugenliche Fluechtlinge auf der Buehne stehen. Abends ist für die Oeffentlichkeit eine Aufführung des Theaterstücks im Container geplant. "Weil dort  nur Platz für 49 Personen ist, muessen wir ueberlegen, wie wir die Kartenvergabe organisieren", sagte Angelika Janssen-Harms von der Stadt Weener, die die Veranstaltung gemeinsam mit Hermann Lampen von der Bundespolizei Bad Bentheim koordiniert. Fluechtling, die in Weener eine neue Heimat gefunden haben, werden an den Aktionstagen ebenfalls im Programm mitwirken. "Unter anderem werden sie die Teezeremonie aus ihren Herkunftslaendern vorstellen und erzaehlen, wie sie in Weener angekommen und aufgenommen worden sind."
Die Federfuehrung in Weener hat das Netzwerk Rheiderland - der Praeventionsrat von Bunde, Jemgum und Weener. Von ihm wird das Projekt vor Ort auch finanziert. "Die Fluechtlinge in Weener bereiten polizeilich betrachtet überhaupt keine Probleme", sagte Stefan Reuwsaat, Leiter der Polizeistation Weener und Sprecher des Netzwerks Rheiderland. Zu verdanken sei das auch der Fluechtlingsarbeit, die von zahlreichen Gruppen, Organisationen und Privatpersonen ehrenamtlich geleistet werden. "Diese gute Netzwerkarbeit ist außergewoehnlich und beispielhaft", so Reuwsaat.

11. Juli 2017

"pacifico" - crew in Weener.

Rheiderland Zeitung: Zwei "Flüchtlingsschiffe" im Alten Hafen

 Sozial-kulturelles Schiffsprojekt und vielfältiges Rahmenprogramm in Weener

Ein kleines Boot, auf dem hunderte Menschen dicht an dicht gedrängt stehen - das sind Bilder, die viele Weeneraner nur aus den Nachrichten kennen. Bald wird sich jedoch eine ähnliche Szene im alten Hafen abspielen.

Von Pia Muising

Weener. Doch anders, wie es für viele Flüchtlinge einst bedrohliche Realität war, sind die Menschen auf der MS "Anton" lediglich 70 Kupferfiguren des daenischen Kuenstlers Jens Galschiot. Denn das Projekt "Mit Sicherheit gut ankommen" der Stiftung "Outlaw" macht Halt in Weener.

Das sozial-kulturelle Schiffsprojekt will den Bürgern die Chace bieten, sich mit dem Thema Flucht und Migration auseinander zu setzen. Zwischen dem 28. Juli und dem 1. Oktober wird dieses Projekt in 22 unterschiedlichen Häfen anlegen. An den einzelnen Stationen wird auf der MS "Anton" und dem Flüchtlingsboot "Aljadj Djumaa" über das Thema Flucht und Migration informiert. Dort bekommen die Besucher einen Eindruck von der Situation der Geflohenen auf hoher See. Die "Aljadj Djumaa" wurde im Sommer 2013 mit 217 Eritreern und 65 Äthiopiern an Bord vor der Küste von Lampedusa aufgegriffen.

Auf dem Land wird zuzsätzlich eine Jurte aufgebaut, die eine Wanderausstellung zum Thema Migration beheimatet. Außerdem wird es eine kleine Bühne geben, die ortsansässigen und geflüchteten Künstlern die Chance auf kulturellen und künstlerischen Austausch bietet. Rund um das Gelände haben gruppen und Organisationen aus der Region die Möglichkeit, ihre Arbeit an Infoständen vorzustellen.

Viele  Kooperationspartner aus dem Rheiderland sind bei dem Schiffsprojekt "mit an Bord". So unter anderem das Netzwerk Rheiderland, Hilmar und Catharina Bockhacker, die im "Hafen 55" die Ausstellung "Fluchtwege" zeigen werden, die "Willkommenskultur Weener", Rheiderländer Schulen, die Stadtbücherei Weener jund viele mehr. An alle 3 Tagen informiert die Familie Sattler außerdem an bord ihrer Segelyacht "pacifico" über unterschiedliche Themen rund um Mensch, Tier und Umwelt.

Auf dem Gelände am Hafen wird exklusiv in Weener ein Container aufgebaut. In dem 12m langen Metallkasten haben 49 Personen Platz - plus die Theatercrew. Denn dort werden Theateraufführungen der Gruppe "Lokstoff" stattfinden. Die Schauspieler präsentieren des Stück "Pass. Worte. - Wie Belal nach deutschland kam." Die Darsteller sind geflüchtete junge Männer aus Afghanistan. Sie erzählen die Geschichte von Belal, der sich auf die gefährliche Flucht begab, um zu überleben.

Diese und viele weitere informative Einblicke in den Weg der Geflüchteten gibt das Schiffsprojekt mithilfe der ortsansässigen Kooperationspartner vom 14. bis 16. August. "Wir möchten damit gemeinsam ein Zeichen für Integration und Prävention setzen", so Hermann Lampen von der Bundespolizei Bad Bentheim.

05. August 2017
"pacifico" - crew in Weener"

Tierschutzverein Bunte Kuh e.V.

TIERSCHUTZSCHIFF "pacifico":
OPEN SHIP 14. BIS 16. AUGUST
Tierschutz auf dem Schiff erleben! Das könnt ihr vom 14. bis 16. August 2017 im Rahmen der Festwoche in Weener (8. bis 16. August) auf
der Segelyacht pacifico im Alten Hafen von Weener.

Open Ship auf der Segelyacht "pacifico"
Tierschutz auf dem Schiff erleben! Das könnt ihr vom 14. bis 16. August 2017 im Rahmen der Festwoche
in Weener (8. bis 16. August) auf der Segelyacht pacifico im Alten Hafen von Weener.

Auf der Segelyacht pacifico informiert die Besatzung über Mensch, Tier und Umwelt. Bereits seit sechs Jahren sind sie mit dabei: Die Bordhündin Loona und ihr Freund Mr. H. junior, der von der UN-Botschaftering Dr. Jane Goodall zur pacifico kam.
Auf dem Programm stehen die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd, die Aktivitäten unseres Tierschutzvereins Bunte Kuh e.V. Leer und die Arbeit der UN-Botschafterin Dr. Jane Goodall. Über das Projekt „Wir halten zusammen“ zur Integration neuer Mitbürger gibt es ebenfalls viel Interessantes zu erfahren.
Tierschutzschiff "pacifico"
Dr. Jane Goodall

Dr. Jane Goodall ist eine britische Verhaltensforscherin, die das Verhalten von Schimpansen in Tansania
und im Gombe-Stream-Nationalpark studierte. Sie gründete das Jane-Goodall-Institut, um für den Erhalt
der Habitate der Tiere und ihrem Schutz zu werben. Seit 2002 ist Jane Goodall Friedensbotschafterin
der UNO.
Weitere Infos zu Dr. Jane Goodall gibt’s am 14. und 15. August auf dem Tierschutzschiff "pacifico" und auf
der Website des Jane-Godall-Instituts.

Jane Goodall + crew pacifico
Jane Goodall (li.) mit der crew der "pacifico".









Die "pacifico" im Hafen von Weener.


Sea Shepherd


Die Meereschutzorganisation Sea Shepherd, 1977 ins Leben gerufen vom einstigen Greenpeace-Gründungsmitglied Paul Watson, ist mit ihren Schiffen auf den Weltmeeren unterwegs, um die Zerstörung von Tier- und Umwelt durch den Menschen zu verhindern. Sea Shepherds Einsätze gegen den illegalen Fischfang und Walfangflotten bringen die Aktivisten nicht selten in Lebensgefahr.
Aktuell setzt sich Sea Shepherd für den Schutz der Schweinswale in der Ostsee ein.

Infos zu Sea Shepherd gibt es am 14. und 15. August auf dem Tierschutzschiff pacifico und auf der Website von Sea Shepherd.

Die Besatzung der "pacifico"

Loona von der "pacifico"
Die pacifico ist ein als Bermudaketch getakelter Motorsegler von 12,50 Metern Länge. Das Schiff wurde 1977 in Nordwest-Deutschland an der
Küste gebaut und ist wohl ein Einzelbau der ehemaligen Werft Assmann aus dem Ort Norden. Der Schiffsname pacifico kommt aus dem Spanischen und bedeutet Eigenschaften wie etwa Friede suchend, friedvoll oder friedliebend.

Die Stammbesatzung besteht aus den aktiven Tierschützern Simone und Jürgen Sattler, Schiffshündin Loona und dem Stoffaffen Mr. H. junior.
Mit Ihm hat es eine besondere Bewandtnis. Dazu gleich mehr. Loona ist nun fast sechs Jahre alt und an Bord aufgewachsen.
Auf jeden Fall findet sie Schiff und Meer sehr interessant. Nur Sturm ist ihr nicht geheuer.
Ganz besonders liebt sie es, an Deck herum zu streunen. Bei dieser Arbeit meldet sie alles und jeden, der wagt sich in der Nähe zu bewegen oder gar näher zu kommen.


Schiffshündin Loona geht auch mal an Land.

Jane Goodall´s Maskottchen auf dem Schiff

Mr. H. junior + Loona
Mr. H. junior war bis zum 4. September 2011 Begleiter von Jane Goodall. Die Besatzung der pacifico traf ihn in Hamburg, als sie die UN-Friedensbotschafterin Jane Goodall das erste Mal besucht hatten. Er besteht darauf festzustellen, das er kein Schimpanse ist, denn er hat einen Schwanz. Mr. H ist jener Stoffaffe, der Jane Goodall auf ihren Vortragsreisen um die ganze Welt begleitet. Über seine Geschichte berichtet Jane Goodall folgendes:
„Mr. H. ist nicht irgendein Stoffspielzeug, er hat eine kleine Geschichte zu erzählen. Es begann alles im Jahre 1996, als Mr. H – das Original – mir zu meinem Geburtstag von meinem engen Freund Gary Haun überreicht wurde. Gary hat sein Augenlicht im Alter von 25 Jahren bei den U.S. Marines verloren. Er hat sich entschieden, dass seine Blindheit nicht sein Leben zerstören sollte. Als Gary sich entschloss Zauberer zu werden, sagte man ihm, dass er niemals gut genug sein würde. Aber letztendlich wurde er einer der besten Magier überhaupt. Er macht Shows für Kinder, die nicht einmal bemerken, dass er blind ist. Er erzählt ihnen auch von all den anderen Dingen, die er gelernt hat: Gerätetauchen, Langlaufen, Blindengolf, Judo, Karate; um nur ein paar seiner Fähigkeiten zu nennen. Was Gary allen damit sagen will, ist einfach: ‘Gib nicht auf, wenn etwas schief läuft in Deinem Leben. Arbeite hart und Du kannst die meisten Hindernisse bewältigen."
Gary dachte, dass er mir mit dem Original Mr. H einen Schimpansen überreichen würde. Ich brachte Gary dazu, den Schwanz dieses angeblichen Schimpansen anzufassen. Ich sagte zu ihm: ‘Du hast keine Entschuldigung. Schimpansen haben keine Schwänze.’ ‘Macht nichts’, meinte Gary unerschrocken, ‘nimm ihn mit, wohin auch immer Du gehst und Du weißt, ich bin im Geiste bei Dir.’

Ableger von Janes Begleiter sind dann viele Mr. H. junior. Der Mr. H junior der pacifico ist der einzige Mr. H. junior, der auf einem Schiff mitfährt (sagt Jane) und der zusammen mit Loona auf Plakaten für Mensch, Tier und Umwelt eintritt.
Schaut vom 14. bis 16. August vorbei im Alten Hafen von Weener. Die Besatzung der pacifico freut sich
auf euch!

17. August 2017

"pacifico" - crew in Weener"

Ostfriesen-Zeitung

Hafen 55

 

 

 

Hingucker geben Denkanstöße

Flüchtlinge Sozio-kulturelles Schiffsprojekt stieß in Weener auf reges Interesse

Mit mehr als 100 Besuchern stieß die Veranstaltung im Hafen 55 auf eine große Resonanz.

VON   TATJANA GETTKOWSKI

pacifico Juergen LoonaWEENER - Die MS "Anton" war in den vergangenen Tagen der Hingucker im Hafen von Weener. An Bord des ehemaligen dänischen Fischkutters stehen 76 Flüchtlingsfiguren aus Bronze, die der dänische Künstler Jens Galschiot gefertigt hat. Gemeinsam mit dem Flüchtlingsboot "Al-hadj Djumaa", das ebenfalls in Weener angelegt hatte, gehört der Kutter zum sozio-kulturellen Schiffsprojekt "Mit Sicherheit gut ankommen" der Stiftung Outlaw.

Weener war eine der Stationen auf der Fahrt von der Küste nach Berlin. Das Projekt soll Denkanstöße zum Thema Flucht und Migration geben. 2013 war die "Al-hadj Djumaa" aus Ägypten übers Mittelmeer gekommen und und vor Lampedusa beschlagnahmt worden. An Bord waren damals 282 Flüchtlinge aus Eritrea und Äthiopien. Heute gehört das Schiff einem Verein in Amsterdam, der Grachtenfahrten zum Thema Flucht und Vertreibung anbietet. Die Stiftung Outlaw hat es für das Projekt "Mit Sicherheit gut ankommen" gechartert.

Gerit und Felix Mennen haben das Schiff gemeinsam mit Nora Rohe und Gesa Fahrenbuch von Amstersdam nach Weener gefahren. Mit seinen vielen Roststellen, der abgeblätterten Farbe und dem stellenweise maroden Holz bietet das Schiff einen traurigen Anblick. Und das ist beabsichtigt. Das Flüchtlingsschiff hat zwar einen neuen Motor und eine Plane bekommen, wurde nach der Beschlagnahme aber sonst nicht verändert. Es soll den Betrachtern einen Eindruck vermitteln, in welchen "Nußschalen" Menschen übers Meer flüchten. "Es ist ein merkwürdiges und manchmal beklemmendes Gefühl an Bord, wenn man die Geschichte des Schiffes kennt", sagte Besatzungsmitglied Nora Rohe.

Am Dienstagabend hieß die Stadt die Gäste bei einer Veranstaltung im "Hafen 55" willkommen. Es gab ein Begleitprogramm rund ums Thema Flucht und Migration, in das auch Aufführungen des Theaters "Lokstoff" eingebunden waren (die OZ berichtete). Bürgermeister Ludwig Sonnenberg war "begeistert und überwältigt" von den vielen Besuchern, die an dem Abend gekommen waren. Nicht ohne Stolz berichtete im Anschluss Dieter Frikke vom Artbeitskreis "Willkommenskultur Weener" über die vielfältigen Initiativen für Flüchtlinge. "Sie werden hier gefördert aber auch gefordert", brachte er das Leitbild auf den Punkt. Dass das Schiffsprojekt in Weener Station macht, sieht er auch als "eine Anerkennung für die gute und nachhaltige Integration der Flüchtlinge, die in Weener geleistet wird". Gerald Mennen, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Outlaw, war begeistert von der Veranstaltung in Weener. "Was hier für Flüchtlinge geleistet wird ist einmalig."

Ein Dankeschön an die Stadt überbrachte Thomas Dünhöft von der Kreishandwerkerschft Leer-Wittmund mit einer Gruppe junger Flüchtlinge aus Weener, die in einem Projekt der Kreishandwerkerschaft beschäftigt sind. Die vier von ihnen gefertigten Deckchairs und der Mosaiktisch sollen einen Platz am Hafen finden.

11. Oktober 2017

Planet-Unicum.de

http://www.planet-unicum.de/index.php/de/natur-und-umwelt/180-tod-in-ihrem-netz

 08. November 2017

"pacifico" - crew in Weener"

Ostfriesen-Zeitung

Umweltschützer aus Weener für Helgoland aktiv

crew pacificoNatur Simone und Jürgen Sattler informieren an Bord ihrer Segelyacht über Plastik auf dem Lummenfelsen

"In praktisch jedem Nest haben die Seevögel Teile von Netzen aus dem Meer als Nistmaterial verwendet."

VON TATJANA GETTKOWSKI

Weener - Der Name ihrer Segeljacht "pacifico" (friedfertig) ist gleichzeitig das Lebensmotto von Simone und Jürgen Sattler. Friedfertig und unermüdlich setzen sich die beiden Umweltaktivisten aus Weener schon seit Jahren für den Tier- und Umweltschutz ein. Seit fast 10 Jahren lebt das Paar auf dem über 40 Jahre alten Schiff im Hafen von Weener - immer mit dabei ist Bordhund Loona.

An der Reling werden regelmäßig selbst gestaltete Plakate aufgehängt, mit denen die Umweltaktivisten auf Mißstände aufmerksam machen wollen. Ihre aktuelle Kampagne befasst sich mit Müll aus dem Meer, der von Seevögeln als Nistmaterial verwendet wird - eine tödliche Gefahr für Jungvögel. "Dieser Seevogel hat unseren Plastikmüll gesammelt - sein qualvoller Tod", steht auf dem Transparent mit einem abschreckenden Foto auf der "pacifico". Das die Meeresverschmutzung in der Nordsee schon weit fortgeschritten ist, haben die beiden Weeneraner im September bei einem Segeltörn nach Helgoland festgestellt. Auf der Hochseeinsel haben die beiden das Vogelschutzgebiet besucht. Simone Sattler faszinieren vor allem die Basstölpel. "Um so erschreckender war es für uns festzustellen, dass praktisch in jedem Nest Teile von Netzen als Nistmaterial genutzt wurden", erzählt sie. Wie gefährlich das ist, haben sie selbst mit ansehen müssen. "An einer Felswand ist ein Jungtier mit einem Bein in einem solchen Rest hängengeblieben. Es hing kopfüber aus dem Nest und versuchte erfolglos und flügelschlagend, der Schlinge zu entkommen." Das Elternpaar habe nur wenige Zentimeter auf dem Vorsprung gesessen. "Wir hatten auch keine Möglichkeit einzugreifen", bedauert Simone Sattler.

Neben dem Plakat auf ihrer Jacht machen die beiden auch in einem Video auf Youtube auf die schlimme Entwicklung aufmerksam. "Helgoland dying" - auch wenn der Titel pessimistisch klingt, will Jürgen Sattler weiter für den Schutz dieses Lebensraumes kämpfen. Das Meer habe ihn schon als Kind fasziniert, erzählt der gebürtige Mainzer. "Als Siebenjähriger stand für mich fest, dass ich Kapitän werden will und 20 Jahre später habe ich dieses Ziel umgesetzt". Sein Patent für Große Fahrt hat er 1982 in Leer gemacht. "Ich habe schon große Containerschiffe über den Atlantik gefahren", erzählt er. Seit 1989 ist er bei der Küstenwache. Sein Arbeitsplatz ist an Bord des Zollkreuzers "Emden".

Gemeinsam mit seiner Frau unterstützt er die internationale Meeresschutzorganisation "Sea Shepherd", das Jane Goodall Institut sowie den Leeraner Tierschtzverein "Bunte Kuh". Jürgen Sattler hat schon eine Idee für das nächste Thema. Er will über das Abschlachten von Walen auf den Färöer-Inseln informieren und hofft mit einem Plakat an Bord der "pacifico" mit Passanten ins Gespräch zu kommen, und sie vielleicht auch zu motivieren, wie er und seine Frau selbst aktiv zu werden. Ein bisschen enttäuscht ist er von der jungen Generation. "Vielen jugendlichen ist nur wichtig, dass ihr  Smartphone läuft", sagt er. Frustrieren lassen er und seine Frau sich von der Gleichgültigkeit einiger Zeitgenossen nicht. "Nur durch Aufklärungsarbeit kann man die Menschen zum Umdenken bewegen", sagt Jürgen Sattler und bringt sein Motivation auf den Punkt: "Steter Tropfen höhlt den Stein."

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